Auch im Bund geht bald nichts mehr ohne die LINKE

Unfried von Taz: Im Bund gehts nicht mit den Linken

Ausrissfoto: Taz von 25.7.26

Die Linke, die Mitte und ein zu grober Vergleich

Peter Unfried beschreibt in seinem Text im Kern eine politische Lage, die man durchaus ernst nehmen sollte: Die demokratischen Parteien der Mitte ringen darum, sich klar voneinander und von den „Rändern“ abzugrenzen, während sich zugleich die politischen Lager in ihren Kommunikationsstilen immer weiter verhärten. Das ist präzise beobachtet und gut zugespitzt. Auch sein Blick darauf, dass die politische Mitte nicht so tun sollte, als gäbe es die gesellschaftliche Breite außerhalb der eigenen Milieus nicht, ist ein wichtiger Hinweis.

Gerade deshalb liest man den Text mit Gewinn. Unfried formuliert pointiert, ohne dabei bloß zu eskalieren, und er trifft einen realen Nerv der gegenwärtigen Debatte. Wer sich mit der strategischen Lage der Linken beschäftigt, findet in seiner Analyse durchaus viel Brauchbares: den Hinweis auf die Bedeutung politischer Anschlussfähigkeit, die Gefahr der Selbstisolierung und die Frage, wie eine linke Partei in einem fragmentierten politischen Feld überhaupt noch mehrheitsfähig werden kann.

Der Abstand zur Mitte ist die Geschäftsgrundlage der AfD und im Bund auch der Linkspartei. Für die Rechts­driftenden ist alles ab Friedrich Merz „links“, für die Linken ist alles ab Robert Habeck unter , die Union sowieso. Beide Seiten tun in ­ihrer Kommunikation so, als gäbe es die breite Mehrheitsgesellschaft nicht, die es ja nun mal (noch) gibt und die halt von linksemanzipatorisch bis rechtskonservativ reichen muss. Zitat Ende. Zitat von Unfried aus dem taz-Artikel von heute

An einem Punkt aber ziehe ich nicht mit. Weiterlesen

Wie könnte nuhr ein Dieter auf die neuesten Trends im Drogeriemarkt reagieren?

Früher war alles besser. Nicht weil früher alles besser war, sondern weil man früher noch das Gefühl hatte, man könne mit einer halben Dose Insektenspray die Welt in Ordnung bringen. Ein Sprühstoß, und die Mücke fiel zu Boden wie ein schlecht vorbereiteter Landrat im ersten TV-Duell. Heute sprühst du drauf, und das Tier hebt kurz die linke Fühlerbraue, fliegt ein paar beleidigte Kreise und kommt zurück, als wolle es sagen: „Das war’s schon?“

Ein früher Dieter und eine modere Frau kämpfen mit dem selbe Problem

Ein früherer Dieter und eine modere Frau kämpfen mit dem selben Problem

Das ist die eigentliche Krise unserer Zeit. Nicht die Mücke. Nicht das Spray. Sondern die enttäuschte Erwartung, dass Technik bitte wieder so funktionieren möge wie damals, als man noch an Wirkung glaubte und nicht an Wirkstoffprofile. Früher nannte man das Insektizid. Heute heißt es „verträgliche Lösung“ und riecht nach dem schlechten Gewissen einer ganzen Epoche. Und wer ist schuld daran, die Bürokraten in Brüssel oder die Gutmenschen vom Prenzlauer Berg? Ich weiß es nicht und will es auch nicht wissen, wenn ich im Baumarkt auf die nett gestylte Mitarbeiterin mit dem Nasenpiercing warten muss, schließlich hat sie die Schlüssel für die richtigen Mittel.

Die meisten stehen im Sommer 2026 noch in der Drogerie und fragen sich, ob die neue grüne Nachhaltigkeit auch schon hier die politische Korrektheit im Wohnzimmer hinter den fehlenden Fliegengittern steuert. Und dann steht man da mit seiner Drogeriedose, die angeblich alles kann, außer das, wofür man sie gekauft hat. Das ist der neue deutsche Fortschritt: Er ist sanft, nachhaltig und vollkommen ungefährlich für alles, was stört.

Nuhr noch eine Pointe

Früher fiel die Mücke sofort um. Heute fällt nur noch der Glaube an einfache Lösungen. Und genau das ist vielleicht die eigentliche deutsche Insektenbekämpfung: viel Versprechen, wenig Wirkung, und am Ende sitzt das Tier immer noch da und wartet auf den nächsten Talkshow-Auftritt.

Transparenzhinweis: Ich nutze gelegentlich KI-Werkzeuge zur Textentwicklung und Bildbearbeitung. Bei Bildern kann es sich um KI-generierte oder KI-bearbeitete Aufnahmen handeln (z. B. Himmel austauschen, Personen entfernen). Alle Inhalte werden von mir redaktionell verantwortet. Das gilt auch für diesen Beitrag und das einzige Bild, das diesmal ohne Vorlage mit einem Prompt erstellt wurde.

Fall Anstalt des ZDF: Himmler versus Danger Dan und Igor Levit

https://taz.de/Debatte-um-Liedtext/!6197164/

Bester Artikel zur sogenannten Cancel-Culture von ZDF-Intendant Himmler

Wenn ein Sender einen Auftritt absagt, ist das noch keine Zensur. Es kann sogar genau das sein, was redaktionelle Freiheit bedeutet: eine begründete Programmentscheidung innerhalb der eigenen Verantwortung.

Das ZDF hat den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit in der Jubiläumsfolge der „Anstalt“ gestrichen, weil der Liedtext nach seiner Bewertung als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne und deshalb nicht zu den Programmrichtlinien passe. Man kann diese Entscheidung kritisch finden, man kann sie falsch finden, man kann sie für übervorsichtig halten. Aber wer sie sofort als „Cancel Culture“ oder gar als Angriff auf die Pressefreiheit deutet, greift zu kurz. [tagesschau]

Intendanten müsse die Pressefreiheit anwenden, z.B. durch redaktionelle Eingriffe

Denn Pressefreiheit bedeutet nicht, dass jeder Inhalt überall und jederzeit ausgestrahlt werden muss. Weiterlesen

Quellen zur Frage nach dem größeren Heuchler …

Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht –, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.

Friedrich Merz 2020 über homosexuelle Menschen

Ich kann es soweit tun (mich zu äußern), als dass ich bereits am letzten Freitag von Jens Spahn persönlich informiert worden bin und ihm zu dieser Elternschaft sehr herzlich gratuliert habe.

Friedrich Merz im Juni 2026 über die Nachricht, dass Jens Spahn durch Leihmutterschaft im Ausland Vater geworden ist.

Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut. Ich danke Jens Spahn für die Zusammenarbeit.

Friedrich Merz im Juli 2027 nachdem Jens Spahn seinen Rücktritt erklärt hatte.

Generiert mit Bild-KI: Fraktionsvorsitzender einer christlichen Partei im Zwiespalt


Ungefähr war der Prompt: ein dreifacher junger Mann mit kurzem Haar und randloser Brille, der zwischen Hilflosigkeit und Selbstvertrauen schwankt. Entfernt sieht er aus wie ein Fraktionvorsitzender einer konservativen deutschen Partei mit christlichem Anspruch.

Gebraucht kaufen: Wann ist ein Preisvorschlag wirklich fair?

Anwendung der Heuristik Hälfte von der Hälfte

Anwendung der Heuristik Hälfte von der Hälfte

Beim Kauf gebrauchter Dinge steht man heute oft vor einer einfachen, aber wichtigen Frage: Wie viel ist ein Artikel noch wert, wenn er nicht mehr neu ist? Früher war das schwerer zu beantworten, weil es fast nur zwei Welten gab: neu mit voller Absicherung oder privat gebraucht ohne jede Sicherheit. Heute hat sich der Markt verändert. Zwischen diesen Polen gibt es immer häufiger generalüberholte, geprüfte oder wie neue angebotene Geräte mit Garantie und Rückgabemöglichkeit.

Genau dadurch lässt sich der Wert eines Gebrauchtartikels viel besser einordnen als früher. Denn ein Preis ist nicht nur eine Frage des Zustands, sondern auch der Sicherheit beim Kauf. Wer neu kauft, bekommt nicht nur das Gerät, sondern auch Garantie, Gewährleistung und Rückgaberecht. Wer gebraucht kauft, verzichtet darauf meist ganz oder teilweise. Daraus ergibt sich eine einfache Überlegung: Je weniger Absicherung ein Angebot bietet, desto niedriger muss der Preis sein.

Warum sich der Markt verändert hat

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refurbished

Nicht neu, sondern gebraucht, aber mit Rückgabemöglichkeit und Garantie bzw. Gewährleistung vom Verkäufer, der meist ein Händler ist, also mehr Verpflichtung gegenüber dem Käufer hat, als ein Privatmann.

Scannerkassen: Kundenfreundliche Überwachung – aber nur wenn die Schlangen ganz lang werden

KI-Bild: Leere bei den Scannerkassen

KI-Bild: Leere bei den Scannerkassen

Im REWE in der Bonner Altstadt, in der Heerstraße, habe ich heute etwas erlebt, das ich für ziemlich bezeichnend halte. Dort gibt es ungefähr zwei bediente Kassen und außerdem ungefähr fünf Scannerkassen, also genau jene Selbstbedienungslogik, die außen nach Tempo und Modernität aussieht, in der Praxis aber erstaunlich streng geregelt ist.

Ich stand zunächst ganz normal in der Schlange, die bei mir nicht besonders lang war. Ich zahle nämlich am liebsten direkt an der Kasse und will mich nicht durch die Menüs der Scannerkassen quälen. Das mag für meine Generation noch typisch sein, während jüngere Leute offenbar häufiger zu den Scannerkassen eilen. Vor einigen Wochen fiel mir schon auf, dass diese Scannerkassen nur unter Aufsicht benutzt werden dürfen: Ein Mitarbeiter kontrolliert den Bereich, und eine Art Barriere wird nur dann geöffnet, wenn sich an den bedienten Kassen längere Schlangen bilden.

Damals fragte ich einen Mitarbeiter, warum das so gehandhabt werde. Seine Antwort war schlicht: An den Scannerkassen werde zu viel „Schwund“ gemacht, also zu viel falsch oder ungenau gescannt. Es soll sogar Leute geben, die „vergessen“ die Spare-Rips einzuscannen, was dann Schwund von 7,99 bedeutet. Deshalb wolle man die Scannerkassen nur dann freigeben, wenn die normalen Kassen noch nicht ausgelastet sind. Schon das fand ich bemerkenswert: Eine Technik, die eigentlich Entlastung bringen soll, wird vorsorglich eingebremst. Als ehemaliger Betriebsrat fand ich die Idee gar nicht schlecht, so sichert man Arbeitsplätze … Weiterlesen

Wie ein Carsharing-Computer am Turing-Test scheitert

Wer sich beim Carsharing neu anmeldet, egal bei welchem Anbieter, der muss sich legitimieren und seinen Führerschein vorzeigen, das geht vor Ort oder online, also digital, aber einem renommierten Anbieter geht dies ganz besonders langsam und nervig.
Es gibt im digitalen Zeitalter viele Dinge, die man sich irgendwie schönreden kann. Dass alles schneller werde. Dass alles einfacher werde. Dass der Computer endlich das tue, was der Mensch seit Jahrzehnten verspricht und nur selten hält: Ordnung schaffen. Klarheit. Tempo. Verlässlichkeit. Und dann sitzt man vor einem Online-Verfahren zur Legitimation und merkt, dass die eigentliche Leistung der Technik nicht in Beschleunigung besteht, sondern in der Kunst der Verzögerung.

Man möchte ja gar nicht kleinlich sein. Wer ein Fahrzeug im Carsharing nutzen will, soll sich ausweisen. Natürlich. Wer einen Führerschein angibt, der darf ruhig zeigen, dass er einen hat. Das ist keine Schikane, sondern Vernunft. Niemand will, dass ein wildfremder Mensch unter falschem Namen durch die Republik fährt, nur weil irgendein Identitätsnachweis mal eben durchgewunken wurde. Eine gewisse Strenge ist also nicht nur legitim, sondern notwendig. Der Punkt ist nur: Strenge ist nicht dasselbe wie Verwirrung. Und Kontrolle ist nicht dasselbe wie ein mehrstufiges Missverständnis mit freundlicher Oberfläche.

Der Ablauf beginnt schon mit einer höflichen Ansprache, wie man sie von Menschen kennt, die sich Mühe geben, professionell zu wirken. Das ist erst einmal beruhigend. Man denkt: Gut, da sitzt also jemand, der den Vorgang führt. Nicht besonders glamourös, aber eben ein echter Mensch mit Geduld, Blick für Details und der Fähigkeit, im richtigen Moment nachzufragen. So ähnlich wie bei einer online erfolgten Postbank-Legitimation, nur eben digitaler, vielleicht etwas flüssiger, aber im Kern doch noch menschlich nachvollziehbar. Genau das erwartet man. Genau das bekommt man aber nicht. Weiterlesen

Turing-Test

Moderner Turing-Test

Moderner Turing-Test

Beim Turing-Test soll herausgefunden werden, ob ein Mensch noch zwischen einem Menschen und einem technischen System klar unterscheiden kann. In der modernen Form könnte der Turing-Test so aussehen, dass man gleichzeitig mit einem Chatbot wie ChatGPT und einem Menschen spricht oder schreibt, das jeweilige Gegenüber ist irgendwie entfernt, z.B. nicht unmittelbar sichtbar, sondern nur über ein Computer-Display. Wenn der Mensch als Prüfinstanz scheitert, also nicht sagen, wer der Chatbot oder der Mensch ist, dann hat das technische System den Turing-Test bestanden.

Natürlich ist es nicht so, dass wir in einer normalen Interaktion(Dialog mit Anführungszeichen) mit ChatGPT, nicht merken, dass wir es mit einem technischen System zu tun haben. Geradezu nervig, weist das technische System darauf hin, kein Mensch zu sein. Trotzdem bleiben wir oft länger in der Interaktion, weil wir das Gefühl haben, es lohne sich. Viele sagen sogar, dass sich mit einem modernen KI-Chatbot bessere Gespräche führen können, als mit ihren besten Freunden oder Bekannten. Wenn das so ist, dass hat das technische System den Turing-Test bestanden, ohne dass sich der Mensch als Verlierer fühlen müsste. Weiterlesen

Über dem Rhein sitzend, kann man auch über Langlebigkeit nachdenken und sprechen

MS-Wissenschaft in Bonn

MS-Wissenschaft in Bonn

Auf der MS Wissenschaft in Bonn ließ sich an diesem heißen Juliabend sehr gut beobachten, wie fruchtbar ein öffentliches Wissenschaftsgespräch sein kann, wenn es weder in Reklame für einen Trend noch in akademische Abschottung sich verirrt. Die Veranstaltung „Dialog an Deck: Gesund länger leben: Was steckt hinter dem Longevity-Trend?“ fand am Samstag den 11. Juli 2026 ab 18:30 an Bord des Ausstellungsschiffs  MS Wissenschaft statt und war als öffentlicher, kostenloser Diskussionsabend angekündigt.

Schon der Ort arbeitete für den Abend mit. Das Schiff am Bonner Stresemannufer, die Wärme des Tages, das Deck, die Nähe zum Wasser und die leichte Enge des Raums gaben der Diskussion etwas zugleich Konzentriertes und Sommerliches. Die MS Wissenschaft liegt in Bonn vom 10. bis 13. Juli 2026; die Abendveranstaltung gehörte zum begleitenden Programm der Tour.

Obwohl es ziemlich heiß und schwül war, passte der Rahmen sehr gut

Der Abend war Teil der Reihe „Dialog an Deck“ und wurde im Kontext des Wissenschaftsjahres sowie der DFG präsentiert. Das merkte man dem Format an: Hier sollte kein modischer Gesundheitsabend stattfinden, sondern ein wissenschaftlich fundiertes, öffentliches Gespräch über einen Begriff, der längst zwischen Forschung, Markt und Selbstoptimierung zirkuliert (Quelle: https://www.dfg.de/de/aktuelles/digitale-formate/wissenschaftsjahre/2026/dialog-an-deck).

Moderiert wurde die Veranstaltung von Tobi Strauss von WDR 5; auf dem Podium saßen Prof. Dr. Maria Cristina Polidori von der Universität zu Köln und Dr. Jonas Pöld von der Universität Münster. Besonders stark war, dass die Runde nicht nur medizinische, sondern auch begriffliche und philosophische Fragen zuließ. Gerade bei einem Thema wie Longevity, das sich so leicht in Werbeversprechen auflöst, war das ein großer Gewinn. (siehe auch Anmerkung 1)

Die starke Stimme des Abends …

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