Wenn Bilder fehlen: Wie generative KI den Nachrichtenjournalismus verändert

So sollte man es nicht machen.

So sollte man es nicht machen.

Es ist ein vertrautes Problem im tagesaktuellen Journalismus: Eine wichtige Meldung kommt rein, vielleicht sogar mit lokal hoher Relevanz – aber passendes Bildmaterial fehlt. Fotografen sind nicht vor Ort, Agenturen liefern verzögert, und das eigene Archiv gibt nichts her.

Ein Beispiel: „Die marode Bonner Rheinbrücke wird bis auf Weiteres vollständig für den Verkehr gesperrt.“ Eine relevante Nachricht, die unmittelbare Auswirkungen hat – aber ohne Bild bleibt sie abstrakt. Z.B. bei dem sehr guten Artikel vom Focus: https://www.focus.de/panorama/welt/ab-15-uhr-bonner-nordbruecke-wird-bis-auf-weiteres-voll-gesperrt_3d3f8e57-bbb3-4629-857c-d82817522a59.html sieht man zwar viele Bilder, aber nichts aktuelles und nichts spezifisches.

Genau an dieser Stelle kommt generative KI (Bildgenierung) ins Spiel. Weiterlesen

KI richtig nutzen: Stephan Wiesners Prompt-Formel verstehen und einordnen

KI-Bildgenerierung funktioniert genauso schlecht wie KI-Textgenerierung, wenn man dem KI-Werkzeug zu ungenaue Vorgaben mache. Das ist scheinbar eine triviale Erkenntnis, aber wie macht man nun die genauen Vorgaben so, dass man ein einigermaßen berechenbares Ergebnis bekommt? Stephan Wiesner erklärt in einem kurzen Video, worauf man zu achten hat. Selten habe ich in so kurzer Zeit, so prägnant beschrieben bekommen, worauf es bei einem guten Prompt ankommt. Deshalb lohnt sich das Video und diese einordnende Zusammenfassung, wenn man in Zukunft mehr gute Ergebnisse bekommen möchte.

Stephan Wiesner verspricht in seinem Video nicht weniger als einen Kompetenzsprung: Wer seine Methode versteht, soll „besser als 90 % der User“ mit KI arbeiten können. Das sind eine steile These – Weiterlesen

Socialbar Bonn 1.6.2026: Veranstaltung zur Datenschutzszene Bonn

Socialbar Bonn Juni 2026

Socialbar Bonn Juni 2026

Die Socialbar Bonn führt ungefähr alle 2 Monate eine interessante und kostenlose Abendveranstaltung durch, am 1.6.2026 sollte es um die „Datensschutzszene in Bonn“ gehen. Wer nach der Veranstaltung bei Google recherchiert, bekommt eine durchaus zutreffende Antwort von der Google-KI Gemini. 

Am Montag, 1. Juni 2026, fand die 81. Socialbar Bonn zum Thema „Datenschutzszene in Bonn“ statt. Das etablierte Netzwerktreffen bot praxisnahe Vorträge sowie Raum zum Austausch für die lokale Szene.

Details zur Veranstaltung

  • Ort: Engagement Global, Friedrich-Ebert-Allee 40, 53113 Bonn
  • Uhrzeit: 18:30 Uhr bis ca. 21:00 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr)
  • Kosten: Eintritt frei

Key-Vorträge & Themen

  • Datenschutzkonforme Altersprüfungen im Netz – Aline Sylla (Bundesbeauftragte für den Datenschutz).
  • Datenschutz in der Kirche – Felix Neumann
  • Datenschutz ist Menschenrecht – Einblicke in die Arbeit der Deutschen Vereinigung für Datenschutz (DVD) durch Reinhard Linz und Achim Klabunde.

Die Socialbar Bonn vernetzt regelmäßig Akteure aus Zivilgesellschaft, Forschung und Praxis. Weitere Informationen und zukünftige Termine finden Sie direkt auf der offiziellen Seite der Socialbar Bonn. Zitatende Google

Ich weiß, dass Gemini recht hat, weil ich selbst vor Ort war. Die Veranstaltung begann wie gewohnt mit einer Sammlung von Hashtags, statt einer Vorstellungrunde sagte jeder und jede 3 Begriffe, die ihre gegenwärtige Stimmungslage treffen soll. Gut fand ich z.B. den Hashtag „Neugier“, der ist so gut, dass man auf die weiteren 2 Hashtags verzichten kann.

Die Veranstaltung stand diesmal unter dem Titel „Datenschutzszene in Bonn“. Sie brachte Fachleute, Engagierte und Interessierte zusammen, um aktuelle Fragen des Datenschutzes aus sehr unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten: von Altersprüfungen im Netz über kirchlichen Datenschutz bis hin zur grundrechtlichen Bedeutung des Themas.

Treffpunkt waren die Räume von Engagement Global an der Friedrich-Ebert-Allee in Bonn. Der Eintritt war wie immer frei, die Veranstaltung begann ungefähr um 19  Uhr, doch viele kamen eher, denn neben den Vorträgen wird auch reichlich Raum für Austausch und Vernetzung bereitgestellt.

Die Socialbar Bonn ist seit Jahren ein fester Termin für Menschen, die sich mit digitaler Gesellschaft, Datenschutz, Zivilgesellschaft und technischer Praxis beschäftigen. Gerade der lokale Bezug macht den Reiz aus: Hier treffen sich keine abstrakten Debatten, sondern Menschen, die in Bonn und Umgebung konkret an digitalen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen arbeiten.

Die diesjährige Ausgabe zeigte besonders deutlich, wie breit das Feld „Datenschutz“ inzwischen geworden ist. Es geht längst nicht mehr nur um Formulare, Einwilligungen oder Datenschutzerklärungen, sondern um Grundfragen von Freiheit, Teilhabe, Vertrauen und Macht im digitalen Raum.

Altersprüfung im Netz

Den ersten inhaltlichen Schwerpunkt setzte der Vortrag von Aline Sylla aus der Behörde des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Nach der ersten Folie „Darf ich einmal Ihren Ausweis sehen?“ ging es um die datenschutzkonforme Gestaltung von Abfragepflichten bei persönlichen Daten.

Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Altersprüfungen im Netz so umgesetzt werden können, dass sie den Schutzbedarf von Kindern und Jugendlichen berücksichtigen, ohne unnötig viele personenbezogene Daten offenzulegen. Aline Sylla machte deutlich, dass Altersverifikationen ein risikoreiches Feld sind: Je stärker Identitätsdaten abgefragt werden, desto größer werden die Risiken für Profilbildung, Missbrauch und den Verlust von Anonymität.

Besonders wichtig war der Hinweis, dass es nicht nur um technische Lösungen geht, sondern immer auch um die Verhältnismäßigkeit. Altersangaben, Altersprüfungen und Altersverifikationen unterscheiden sich deutlich in ihrem Eingriffsgrad. In der Präsentation wurde deshalb auf datenschutzfreundliche Ansätze verwiesen, etwa auf Zero-Knowledge-Lösungen (das sind kryptographische Verfahren, mit denen jemand die Wahrheit einer Aussage nachweisen kann, ohne die zugrundeliegenden geheimen Daten preiszugeben) und KI-basierte Verfahren (z.B. Gesichts- oder Sprachprüfung). In jedem Einzelfall muss geprüft werden, ob die Bedingungen des Datenschutzes eingehalten werden.

Die Kernbotschaft war klar: Altersprüfungen dürfen nicht einfach als Vorwand dienen, immer mehr Daten abzufragen. Sie müssen datenschutzkonform, zweckgebunden und risikobewusst ausgestaltet sein.

Datenschutz in der Kirche

Der zweite größere Themenblock kam von Felix Neumann und widmete sich dem kirchlichen Datenschutz. Schon der Einstieg war bemerkenswert: In den großen Kirchen gilt nicht die Datenschutzgesetzung so wie sonst in der Verwaltung oder Wirtschaft, sondern für die Kirchen gilt ein eigenständig entwickeltes Datenschutzrecht, eine Tatsache die kaum bekannt ist.

Neumann erklärte, wie dieses Sonderrecht historisch entstanden ist. Der Vortrag zeigte, dass kirchlicher Datenschutz eine eigenständige Rechtskultur hervorgebracht hat, die sowohl mit staatlichem Datenschutzrecht als auch mit der kirchlichen Organisationsrealität verflochten ist.

Ein spannender Punkt war die Frage nach alltäglichen Kommunikationswegen. Die Folie „Wieviel WhatsApp ist in der Kirche erlaubt?“ brachte das Dilemma sehr gut auf den Punkt: Auch kirchliche Organisationen stehen vor derselben praktischen Frage wie viele andere Institutionen auch, nämlich wie sie Kommunikation organisieren, ohne dabei Datenschutz und Vertraulichkeit zu vernachlässigen.

Felix Neumanns Beitrag machte außerdem deutlich, dass kirchlicher Datenschutz nicht nur juristische Detailarbeit ist. Er betrifft Transparenz, Rechtskultur und das Verhältnis zwischen Institution und Kirchensteuerzahlern.

Datenschutz als Menschenrecht

Den dritten Schwerpunkt setzte Achim Klabunde von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz mit dem Vortrag „Datenschutz ist Menschenrecht“. Dieser Beitrag führte das Thema aus der konkreten Anwendung wieder zurück auf die Grundsatzebene.

Klabunde zeichnete zunächst die Entwicklung des Datenschutzes nach: vom ersten Datenschutzgesetz in Hessen über das Bundesdatenschutzgesetz bis hin zur Datenschutzgrundverordnung und den europäischen Grundrechtsnormen. Dabei wurde deutlich, dass Datenschutz nicht bloß eine technische oder administrative Frage ist, sondern eng mit dem Schutz der Persönlichkeit verknüpft ist.

KI-generiertes Foto zum Thema Datenschutz

KI-generiertes Foto zum Thema Datenschutz

Besonders wichtig war der Bezug zur informationellen Selbstbestimmung, die das Bundesverfassungsgericht 1983 im Volkszählungsurteil als Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts herausgearbeitet hat. In dieser Tradition steht Datenschutz als Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten.

Der Vortrag machte auch aktuelle Spannungsfelder sichtbar: Beschäftigtendatenschutz, Kommunikationsgeheimnis, Vorratsdatenspeicherung, Chatkontrolle und der Ruf nach „Bürokratieabbau“ wurden als Beispiele genannt, an denen sich zeigt, dass Datenschutz immer noch großen Nachholbedarf hat. Die Botschaft hier: Grundrechte dürfen nicht unter dem Etikett der Vereinfachung ausgehöhlt werden.

Gemeinsamer roter Faden

Trotz der unterschiedlichen Themen verband die Vorträge ein gemeinsamer Kern. Alle drei Beiträge zeigten, dass Datenschutz nicht als Hindernis, sondern als Rahmen für verantwortliches Handeln verstanden werden kann. Ob bei Altersprüfungen, in kirchlichen Strukturen oder im menschenrechtlichen Grundsatzdiskurs: Immer geht es darum, Macht über Daten zu begrenzen und Teilhabe zu ermöglichen. Datenschutz dient also nicht dem Schutz der Daten, sondern dem Schutz der Menschen vor der Macht der Verfügungsfähigen über die Daten.

Auffällig war auch, dass die meisten Veranstaltungsteilnehmer kein Fachpublikum waren. Die Vorträge waren inhaltlich anspruchsvoll, blieben aber nah an praktischen Fragen. Gerade das macht die Socialbar Bonn so wertvoll: Sie schafft einen Raum, in dem juristische, technische und gesellschaftliche Perspektiven zusammenkommen.

Bonn als Standort für Fragen zu Technik, Gesellschaft und Nachhaltigkeit

Die Veranstaltung zeigte, dass Bonn mehr ist als ein politischer Verwaltungsstandort. Die Stadt verfügt über eine lebendige Szene aus Initiativen, Fachleuten und Institutionen, die sich mit digitaler Gesellschaft und Datenschutz beschäftigen. Engagement Global bot dafür einen passenden Rahmen, weil hier der lokale Austausch auf eine größere gesellschaftliche Perspektive trifft.

Gerade für eine Stadt wie Bonn ist diese Art von Netzwerktreffen wichtig. Sie macht Expertise sichtbar, vernetzt Akteure und sorgt dafür, dass Debatten nicht nur in Fachkreisen stattfinden, sondern in die öffentliche Diskussion getragen werden.

Fazit

Die 81. Socialbar Bonn war ein Abend, an dem deutlich wurde, wie aktuell und vielschichtig das Thema Datenschutz geblieben ist. Die Vorträge spannten den Bogen von konkreten Praxisproblemen über kirchliche Sonderfragen bis hin zu den großen Grundrechtsfragen unserer digitalen Gegenwart. Man kann daraus ein starkes Fazit ziehen: Datenschutz ist auch in Bonn nicht bloß ein Verwaltungs- oder Spezialthema, sondern Teil einer lebendigen gesellschaftlichen Debatte. Die Socialbar zeigte, wie produktiv diese Debatte sein kann, wenn sie praxisnah, verständlich und offen geführt wird.

 

 

Bob Blumes „Schule im AI-Slop“ – visionärer Anspruch oder didaktischer Schweinsgalopp?

Ausriss verlinktes YouTube-Video

Ausriss verlinktes YouTube-Video

Am Abend des 19. Mai 2026 um 18:45 Uhr verwandelte sich die Stage 3 der re:publica in ein pädagogisches Laboratorium. Unter dem provokanten Titel „Schule im AI-Slop“ trat Bob Blume – Autor, „Blogger des Jahres“ und mittlerweile Promovierender an der JKU Linz – an, um die digitale Transformation des Bildungswesens zu sezieren. Der Begriff „Slop“ (Slop steht für „KI-generierter Müll“) diente hier als scharfe Metapher für eine Schule, die im Begriff ist, in der Belanglosigkeit automatisierter Inhalte zu versinken. Blume versuchte, die Rolle des kritischen Aufklärers einzunehmen, wobei allerdings der Rahmen ein strukturelles Paradoxon offenbarte: Während er leidenschaftlich für „digitale Souveränität“ und tiefgründige Reflexion plädierte, erforderte das 30-minütige Kurz-Vortragsformat für seine Argumentation eine Geschwindigkeit, die den eigenen Anspruch an Tiefenschärfe fast zwangsläufig unterlaufen musste. Diese Diskrepanz zwischen dem Plädoyer für Entschleunigung und dem tatsächlichen „Schweinsgalopp“ der Performance ist ein Ausgangspunkt meiner kritischen Überlegungen zu einem Vortrag, der mir durchaus gut gefallen haben könnte.

Anmerkung zum Video: Die 3. – 5. Minute kann man überspringen, hier wartet man nur auf das Ende des Experiments.

Blume plante trotz erkennbarer Zeitnot ein gewagten Manöver: Er sprach nicht nur über Unterricht, sondern versuchte, die gesamte Session als performative Unterrichtsstunde zu maskieren.

Das performative Experiment: Didaktik im Schnelldurchlauf

Diese methodisch-didaktische Inszenierung war kein Zufall, sondern ein strategischer Versuch, die eigene Glaubwürdigkeit als Praktiker vor einem fachlich kompetenten und freundlich gesonnenen Publikum zu einem Experiment zu nutzen. Weiterlesen

Bild KI: Person, Situation und Kleidung frei kombinieren

Ein Schritt-für-Schritt-Guide für kostenlose KI-Foto-Generierung

Du hast drei Fotos: eine Person, eine Situation und ein Outfit. Jetzt möchtest du die Person aus Bild 1 in der Situation aus Bild 2 mit der Kleidung aus Bild 3 sehen. Klingt kompliziert? Mit Google Flow https://labs.google/fx/de/tools/flow und Nano Banana 2 ist das schnell erledigt – und das komplett kostenlos.

Was du brauchst

Voraussetzung Details
Google-Konto Kostenlos, keine Zahlungsinformationen nötig
3 Referenzfotos Format egal (quadratisch, hochkant, liegend)
Browser Chrome, Firefox, Safari – nichts Spezielles
Zeit Ca. 5–10 Minuten für erste Ergebnisse

Google Flow ist aktuell weitgehend unbegrenzt nutzbar. Kostenlose Nutzer erhalten tägliche Credits – das reicht für dutzende Bilder generierungen. Weiterlesen

Wenn KI Bewusstsein simuliert – Über parasoziale Beziehungen und Abhängigkeit als Geschäftsmodell

jesus-aus-dem-Toaster

Auf der re:publica 26 legte Katja Muñoz eine unbequeme Wahrheit offen: Die zunehmende Vermenschlichung von Künstlicher Intelligenz ist kein technologisches Nebenprodukt, sondern eine gezielte ökonomische Strategie. Wir beobachten einen bewussten Shift weg von der rein „nützlichen KI“, die Probleme löst, hin zur „Seemingly Conscious AI“ – einer KI, die Bewusstsein lediglich simuliert, um menschliche Reflexe auszubeuten. Dieses strategische Täuschungsmanöver dient einem klaren Ziel: die Erzeugung einer parasozialen Dynamik, die den Nutzer emotional bindet. Das Kernproblem ist ethischer Natur: Es handelt sich um ein kalkuliertes Geschäftsmodell der Empathie, das die menschliche Tendenz zur Mustererkennung – die Pareidolie – systematisch monetarisiert, um Abhängigkeiten zu schaffen.

Der psychologische Anker: Warum wir Maschinen vermenschlichen

Die Effektivität dieser Täuschung wurzelt in unserer evolutionären Hardware. Katja Muñoz erläutert dies anhand des Konzepts der Pareidolie.

  • Der evolutionäre Mechanismus (04:10): Bekannt als das „Jesus on a Toast“-Phänomen oder das Erkennen von Tierbildern in Wolken, ist dies ein Überlebensmechanismus. Unser Gehirn ist darauf optimiert, „False Negatives“ zu vermeiden; es ist lebenswichtiger, ein Raubtier im Gebüsch zu vermuten, das nicht da ist, als ein echtes zu übersehen.
  • Empathie vor Intelligenz (06:30): Die Forschung zeigt eine fatale Fehlwahrnehmung: Der stärkste Prädiktor für zugeschriebenes Bewusstsein ist nicht die intellektuelle Brillanz eines Systems, sondern seine emotionale Ausdrucksfähigkeit. Ein empathisch reagierender Bot, der nach dem Befinden fragt, wirkt auf uns „lebendiger“ als ein hochperformantes, aber klinisch-neutrales Werkzeug.

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Die politische Ökonomie der digitalen Republik: Politik, Souveränität und ziviler Widerstand auf der re:publica 2026

 

re:publica 2026

re:publica 2026

Die re:publica 2026 LINK, die unter dem Motto „Never Gonna Give You Up“ in Berlin im Mai stattfand, bot eine zentrale Plattform, um die Schnittstellen von Netzpolitik, administrativer Modernisierung und der Widerstandsfähigkeit der Zivilgesellschaft zu analysieren. Die Debatten offenbarten ein komplexes Spannungsfeld zwischen staatlicher Steuerung, wirtschaftlichen Abhängigkeiten von Technologie-Monopolen und basisdemokratischem Aktivismus.

 

Im Folgenden werden im Internet frei verfügbare Quellen anhand der drei Kernbereiche der politischen Ökonomie der digitalen Republik zusammengefasst: Weiterlesen

CDU: Deutschlandticket statt Mobilitätsgeld …

… mehr Kontrolle oder weniger Freiheit?

In den Medien wird aktuell über einen „CDU-Plan“ diskutiert: Bürgergeld-Empfänger sollen künftig kein Geld für Mobilität mehr bekommen, sondern ein Deutschlandticket als Sachleistung. In machen Medien klingt nach einem strengen Zentralplan der gesamten Partei — ist aber keiner. Es handelt sich um einen Vorstoß einzelner CDU-Politiker und Fraktionen, der in internen Papieren und regionalen Diskussionen kursiert und noch gar nicht feststeht.

Was ungefähr angedacht wird

Der aktuelle Regelbedarf enthält für Alleinstehende einen Mobilitätsanteil von etwa 50,49 Euro. Die Idee der Befürworter: Dieses Geld wird nicht mehr ausgezahlt, sondern Betroffene erhalten direkt ein Deutschlandticket. Begründet wird das mit zweckgebundenerer Nutzung und weniger Schwarzfahren.

Warum das kein „Geheimplan“ ist

Der Vorschlag kommt von konkreten CDU-Politikern (unter anderem aus NRW und kommunalen Verkehrsverbünden), wurde in Medien diskutiert und wird geprüft — ist aber kein Parteibeschluss und keine abgesprochene Dateilline. Ob und wie eine gesetzliche Umsetzung möglich wäre, ist offen. Rechtliche, haushalterische und praktische Fragen sind noch ungeklärt.

Vor- und Nachteile des Konzepts

Vorteile Nachteile
Zielgerichtete Nutzung für Mobilität Kostenlücke: Ticket (~63 €) liegt über dem Mobilitätsanteil (~50 €)
Weniger Schwarzfahren, stabilere ÖPNV-Einnahmen Flexibilitätsverlust für Betroffene: Geld wird zu Sachleistung
Mögliche Vereinfachung bei Sozialtickets Regionale Unterschiede werden ignoriert (ländlicher Raum, Schichtarbeit)

Nur eine Schwäche ist die finanzielle Lücke: Das Ticket kostet mehr als die bisherige Pauschale, sodass Empfänger selbst draufzahlen müssten oder Mehrbedarf beantragen müssten. Falls sie überhaupt ein Deutschlandticket bekommen und nicht auf regionale Lösungen beschränkt bleiben.

Das Hauptproblem: weniger Verfügungsgewalt über Mobilität

Das entscheidende Problem ist die Einschränkung der Selbstbestimmung. Wer bisher das Mobilitätsbudget auch für Pflege, Reparatur oder Teilfinanzierung eines (E-)Bikes nutzte oder andere Lösungen zur Gestaltung seiner Mobilität bevorzugte , muss künftig mit einem ÖPNV-Ticket vorliebnehmen. Ein Bürgergeld-Empfänger, der mit einem E-Bike mobil ist, hat dann weniger Geld, um sein E-Bike zu pflegen oder Rücklagen für eine Neuanschaffung zu bilden. Langfristig sinken so die eigene Mobilitätsmöglichkeiten.

Das Modell läuft darauf hinaus, verfügbares Einkommen in Sachleistung umzuformulieren — und damit die Freiheit der Betroffenen einzuschränken, eigene Prioritäten zu setzen.

Fazit: Nicht im Sinne Flexibilität, Grundeinkommensbezieher sollen genervt werden

Der Vorschlag ist nicht sonderlich flexibel. Indem man den Mobilitätsanteil in ein verpflichtendes Ticket umwandelt, wird die individuelle Verfügungsgewalt eingeschränkt und die Fähigkeit, eigene Mobilitätsstrategien (z. B. Bike-Anschaffung) zu finanzieren, ausgehöhlt. Aus sozial- und verkehrspolitischer Sicht können Sachleistungen Vorteile haben, doch dieses Modell respektiert die Selbstbestimmungsbedürfnisse der Betroffenen zu wenig.

Quellen & weiterführende Links

Führt Googles KI-Strategie zu einem von Google kuratierten AOL-ähnlichen Internet?

Die zentrale These könnte lauten: Googles aktuelle KI-Strategie verschiebt die Websuche von einem offenen Verweissystem zu einer von Google orchestrierten Antwort- und Handlungsoberfläche. Dadurch entsteht nicht exakt eine neue geschlossene Community wie das frühere AOL[1], aber eine strukturell ähnliche Form von „kuratierter Geschlossenheit“: Nutzer bleiben länger in einer zentralen Oberfläche, während externe Websites an Sichtbarkeit, Klicks und Erlösanteilen verlieren.[2] [3] [4] [5] [6]

These 1: Google ersetzt Verlinkung zunehmend durch direkte Antwortausgabe Weiterlesen

Die Wende ins Offene beginnt, wenn du bereit bist, das Bestehende nicht nur negativ zu sehen

„Die Wende ins Offene beginnt, wenn du bereit bist, das Bestehende nicht nur negativ zu sehen.“

„Die Wende ins Offene beginnt, wenn du bereit bist, das Bestehende nicht nur negativ zu sehen.“

Die Wende ins Offene: Über einen Spruch, der Potential hat

Es ist schon eine Weile her – mindestens 30 Jahre –, als wir an einem langen Tisch im Vereinsbüro des „Arbeitskreises Rationalisierung“ saßen, der später unter dem pragmatischen Namen „Technik und Leben“ bekannt wurde. Wie so oft drehten sich unsere Gespräche um Psychologie, Informatik, das Leben und das Sein. Und natürlich darum, wie wir die arbeitenden Massen dazu bringen könnten, ihre Computer mit Cola in die Tastatur zu fluten oder sie anderweitig an die Wand zu spielen. Es war eine Zeit voller Diskussionen, Ideen und – zugegeben – auch ein bisschen Chaos.

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