Wie funktioniert generative KI bei Bildern?

Bild-KI: Vom Prompt zum Ergebnis

Ein Hund auf einem Skateboard, ein Schloss in den Wolken: Bildgeneratoren verwandeln kurze Beschreibungen in erstaunliche Bilder. Aber wie macht ein Computer das? Der Schlüssel heißt Lernen– aus sehr vielen Beispielen.

Bei klassischer Software legen Programmierer fest, was der Computer tun soll. Bei künstlicher Intelligenz geben sie dagegen Beispiele und ein Lernziel vor. Ein neuronales Netz – ein Rechenmodell mit vielen miteinander verbundenen Verarbeitungseinheiten – passt seine inneren Einstellungen so lange an, bis seine Ergebnisse besser zum Lernziel passen. Später soll es auch mit neuen Eingaben zurechtkommen.

Dafür gibt es unterschiedliche Lernverfahren: Beim überwachten Lernen werden passende Antworten vorgegeben. Beim unüberwachten Lernen sucht das System nach Strukturen in den Daten. Hinzu kommt selbstüberwachtes Lernen: Dabei entsteht die Lernaufgabe aus den Daten selbst. Für Bildgeneratoren ist beispielsweise das gezielte Verrauschen von Bildern eine solche Aufgabe – das ursprüngliche Bild ist bereits bekannt. Weiterlesen →

Wie funktioniert generative KI bei Texten?

Selbstlernen-Text-und-KI

Text aus KI entsteht über eine andere Art von Software-Entwicklung: Self-Learning soll angestoßen und überprüft werden

Generative KI entsteht durch eine neue Art der Softwareentwicklung: Entwickler programmieren nicht jede Antwort und jede sprachliche Regel. Stattdessen stoßen sie einen Lernprozess an, gestalten dessen Bedingungen und überprüfen die Ergebnisse. Vereinfacht gesagt: Sie schreiben nicht vor, wie jeder einzelne Text aussehen soll, sondern schaffen die Voraussetzungen dafür, dass ein Modell sprachliche Muster selbst erkennt und anwendet. So können aus vorhandenen Texten neue Texte entstehen.

Tendenziell alle digital verfügbaren Texte werden in den Deep-Learning-Prozess eingebracht, aufgespalten und hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Textfortsetzung angeordnet Weiterlesen →

Von „Botlern“ und „Nicht-Botlern“ – sind Feindbilder der richtige Weg, um KI-Werkzeuge zu verstehen?

Man stelle sich vor, man bekommt von einem Bekannten eine sehr allgemeine Frage gestellt. Man findet die Frage interessant, hat aber den Verdacht, der Bekannte fragt nicht wirklich, weil er die Antwort schon weiß. Das klingt irgendwie unwahrscheinlich, könnte aber durchaus so sein, wenn es um eine Frage geht, die eine eindeutige Antwort zwingend impliziert. Aber so war die Frage nicht gestellt worden.

Umsetzung des Prompts „Bitte bestätige, dass Du kein Bot bist – wie lange wird man die Captcha-Frage noch ehrlich bejahen können?“ von Nano Banana.

Umsetzung des Prompts „Bitte bestätige, dass Du kein Bot bist – wie lange wird man die Captcha-Frage noch ehrlich bejahen können?“ von Nano Banana.

In der modernen Welt der Chatbots kann man schon mal ins Grübeln kommen

Dieses Ausgangszenario wählt der Zukunfts- und Transformationsexperte Roland Benedikter in der Ausgabe 34/2026 der Wochenzeitung Freitag, um daraus komplexe Deutungen der gegenwärtigen Nutzung von KI-Chatbots abzuleiten. Vgl. auch https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ki-bedroht-freundschaften-wir-alle-koennten-bald-ein-doppelleben-fuehren

Der Befragte in Benedikters Szenario, also Benedikter selbst, hat einen Verdacht:

Meine Antwort hat für den Frager höchstwahrscheinlich gar keine Bedeutung. Eher ist sie für ihn eine Meinung unter vielen in einer Deutungs- oder Rezeptionsstatistik. Oder sie ist Small Talk – oder einfach die Stimme eines für ihn interessanten Menschen, ein zusätzlicher Gesichtspunkt. Inhaltlich kann sie so oder so ausfallen, das wird für ihn wohl keinen Unterschied ausmachen.

Viel Spekulation zu einer einfachen Kommunikationssituation

Das ist ziemlich viel Spekulation für eine nicht unbedingt komplexe Kommunikationssituation. Weiterlesen →

Kann man Bild-KI austricksen, wenn Personen erkannt werden sollen?

Immer häufiger kommen Werkzeuge der künstlichen Intelligenz (sogenannte Bild-KI) bei der Personen- und Situations-Erkennung zum Einsatz. So könnte man an sozialen Brennpunkten, wo man häufig mit strafbaren Handlungen rechnen kann, gezielt KI-Systeme einsetzen, um Personen zu erkennen und diese dann mit Datenbanken abgleichen. Das gefällt nicht jedem und wenn ich mir vorstelle, dass ich bei einem Berlin-Besuch am Bahnhof Kottbusser Tor aussteige, dann will ich nicht unbedingt in einer Datenbank landen, wo auch Jahre später noch ablesbar wäre, dass ich dort war und was ich so ungefähr getan habe.

Natürlich ist in Deutschland sowas nicht geplant und wäre auch rechtswidrig, aber es ist ja nicht auszuschließen, dass vor oder nach 2033 andere politische Verhältnisse vorliegen können als gegenwärtig.

Eine gute Idee wird ausprobiert

Deshalb ist es vielleicht ein gute Idee darüber nachzudenken, ob man nicht durch eine geeignete Kleidung verhindern kann, dass die Bild-KI-Systeme des Staates überhaupt erkennen, dass man sich als Person im öffentlichen Raum bewegt. Darüber berichtet am 24.8.2026 die Berliner TAZ bzw. die Berlinausgabe der TAZ bzw. Hanno Fleckenstein, vgl. den Screenshot aus der PDF-Ausgabe von diesem Datum.

taz-Berlin-Experiment-Personenerkennung

taz-Berlin-Experiment-Personenerkennung

Die verlinkte Online-Website zeigt ein etwas anderes Bild, würde aber bei meinem Experiment wahrscheinlich kein anderes Ergebnis bringen. Weiterlesen →

KI in der Medizin: Sowohl Experten wie Patienten profitieren massiv, wenn sie die Werkzeuge richtig nutzen

Ist ein KI-Werkzeug wie ChatGPT oder eine medizinisches Informationswerkzeug hilfreich oder schädlich? Die Antwort hier ist wie so oft im Leben: Es kommt darauf an. Oder: Wenn man das Werkzeug richtig anwendet, dann ist es unverzichtbar. Dass dies auch für KI-Werkzeuge gilt und dass diese gleichermaßen hilfreich für Experten (Ärzte) wie für Laien (Patienten) sein können, macht dieses Gespräch deutlich, das auf YouTube leider nur wenig Resonanz erfährt (359 Aufrufe, 7 Likes).

 

KI ist für mich als Patient hilfreich bei der Vorbereitung eines Arzttermins

Auf die pseudo-provokante Einstiegsfrage, ob Werkzeuge wie ChatGPT die der bessere Arzt sei, antwortet der Protagonist des Videos (Prof. Felix Nensa ist leitender Oberarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie an der Uni-Klinik in Essen) mit einem klaren „Nein„. Weiterlesen →

KI, Autorschaft und Verantwortung: Warum ein aktueller FAZ-Text zu kurz springt

Screenshot Faz

Screenshot Faz

Moritz Rinkes Text bei der FAZ „Warum lassen wir zu, dass die KI uns verblödet?“ greift ein reales Unbehagen auf. Viele nutzen KI längst nicht mehr nur zur Recherche, sondern auch zum Formulieren, Strukturieren und Überarbeiten von Texten. Genau an diesem Punkt setzt Rinkes Warnung an: Wer zu viel an die Maschine delegiert, riskiere den Abbau eigener Denkfähigkeit. Das ist als Alarmruf verständlich. Aber die Argumentation bleibt in einem zentralen Punkt unterkomplex.

Denn das eigentliche Problem ist nicht, ob ein Text irgendwie „von KI geschrieben“ wurde. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Hat der Autor den Text geprüft, verstanden, sich zu eigen gemacht und dafür Verantwortung übernommen? Weiterlesen →

Bücher, KI und steile Thesen …

Büchervernichtung, ökologisch korrekt

Büchervernichtung

… Eine kritische Auseinandersetzung mit Scobels Video zu großen Büchervernichtung

Gert Scobel stellt in seinem Video eine Frage, die nicht nur kulturkritisch, sondern tatsächlich relevant ist: Was geht verloren, wenn Bücher verschwinden, digital ersetzt werden oder in einer immer stärker von KI geprägten Medienwelt ihre frühere Selbstverständlichkeit verlieren? Diese Grundfrage ist weder nostalgisch noch belanglos. Sie berührt Fragen von Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit, kultureller Überlieferung und der Materialität von Wissen.

Gerade deshalb ist es schade, dass die Argumentation im Verlauf des Videos immer wieder unter steilen Thesen leidet, die mehr behaupten als die empirische Lage hergibt. Scobel beobachtet vieles richtig oder zumindest bedenkenswert, aber er neigt dazu, Einzelbeobachtungen rhetorisch in allgemeine Diagnosen zu verwandeln; doch bevor Du als Blog-Leser zu dieser Erkenntnis oder einer anderen kommen kannst, sollte man sich das kurze Video in aller Ruhe anschauen.

Die Ausgangsfrage, warum werden jetzt so viele Bücher in den Müll geworfen, ist spannend.
Scobel legt also direkt los: Weiterlesen →

CrankGPT oder die Rückkehr der Mühe

Screenshot CrankGPT bei squeezlabs

Screenshot CrankGPT bei squeezlabs

Es gibt Erfindungen, die wirken, als hätten sie sich beim Entstehen schon verausgabt. CrankGPT gehört in diese Kategorie. Ein kleines Kästchen, eine Handkurbel, ein Bildschirmchen, dazu der Anspruch, eine „fully offline, human-powered local AI“ zu sein. Das klingt nach digitaler Souveränität und technischer Selbstermächtigung — und zugleich nach einem Gerät aus einer Parallelwelt, in der der Fortschritt beschlossen hat, wieder etwas Muskelmasse aufzubauen.

Der Screenshot, der mit dem Verweis auf eine englische Website von squeezlabs erstellt wurde, zeigt das Prinzip besser als jede Produktbeschreibung. Das Ding steht da wie ein Bastelprojekt mit philosophischem Überbau. Nicht im Sinn von: Hier wurde die Zukunft gebaut. Eher: Hier wurde der Widerspruch zwischen Zukunftsversprechen und handwerklicher Wirklichkeit absichtlich auf Blickgröße gebracht. Das ist sicherlich kein Zufall, sondern die Pointe. Weiterlesen →

Moderner Magazinjournalismus mit und über KI

Monitor

Monitor

Es geht in diesem Blogartikel um einen Beitrag des Politik-Magazins Monitor, den man jetzt schon über YouTube abrufen kann. Es geht um KI und die Zukunft der Arbeitsplätze.

Auch dieser Umgang des modernen Magazinjournalismus (mit oder ohne Künstlicher Intelligenz) folgt, wie schon seit langem, einem klaren Muster: Zuerst wird eine steile These gesetzt, dann folgt eine Expertenstimme, anschließend eine Auswahl passender Zahlen oder Beispiele. Das ist journalistisch nicht neu, wirkt aber im KI-Kontext besonders stark, weil die KI-Technologie selbst so komplex ist und sich leicht in große Zukunftserzählungen einbauen lässt. Gerade im Fernsehen entsteht daraus schnell der Eindruck, man habe bereits eine belastbare Diagnose über die Zukunft von Arbeit, Staat und Gesellschaft vor sich, wenn man nur geschickt die Fragestellungen an Experten oder KI-Werkzeuge stellen könnte.

Ein Beispiel Weiterlesen →