Unter dem ECDL versteht man die European Computer Driving Licence also den europäischen Computerführerschein. Mit einer erfolgreichen ECDL Prüfung gelingt der Nachweis besser, dass man die grundlegenden Kenntnisse in der modernen Computer-Nutzung hat. Dabei erweist es sich als günstig, dass die ECDL Prüfung die grundlegenden Kenntnisse in Module aufgeteilt hat. Wer also vergleichsweise selten Tabellenkalkulation oder Datenbanken nutzt, der braucht diese bei den ECDL-Modulen nicht zu belegen und macht die ECDL Prüfung ohne diese Module. Für eine erfolgreiche ECDL Prüfung zum Basis-Level genügen 4 von 7 Modulen.
Die ECDL Prüfung wird in vielen Ausbildungsberufen und auch im allgemeinbildenden Schul- und Unisystem als kompetenter Leistungsnachweis anerkannt.
Kritisch wird bei der ECDL Prüfung von einigen Experten gesehen, dass das abfragbare Kästchen-Wissen bei der ECDL Prüfung nicht ausreichend die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse der Computer-Nutzung abdecken könnte. Wie solches Kästchen-Wissen in etwa aussieht, kann man sich durch eine simulierte ECDL Prüfung als Quiz verdeutlichen. Die tatsächliche ECDL Prüfung sieht zwar anders aus, ist aber sehr auf abfragbares Einzelwissen ausgerichtet.
Hinter der ECDL Prüfung steht das Konzept der operationalisierten Lernziele. Komplexes Wissen wird über einen didaktischen Gliederungsprozess nicht nur für die Prüfung in einzelne genau prüfbare Elementarbestandteile zerlegt. Grundlegend ist auch bei der ECDL-Prüfung, dass die atomaren Einzelziele in ihrer Summe dann gutes Wissen repräsentieren, wenn nur ein gewisser Anteil dieser Einzelfragen in der ECDL Prüfung gelöst werden kann.
Kritisch wird auch die Fixierung (außerhalb und innerhalb der Prüfung) auf eine bestimmte Office-Software in der ECDL Prüfung gesehen. Allerdings gibt es auch Varianten der ECDL Prüfung mit anderen Office-Möglichkeiten. Allerdings wird in der Wikipedia der Softwarebezug nicht nur in Bezug auf die Prüfung kritisch gesehen: „Die internetbasierten Prüfungen beziehen sich jedoch immer auf ein bestimmtes Softwareprodukt, denn es wird abgefragt wie eine bestimmte Software zu bedienen ist.“
Für die Praxis des ECDL und für die Anerkennung der ECDL Prüfung haben diese Bedenken bisher keine relevante Wirkung erzielt, denn die Praktiker des Personalwesens legen Wert auf vergleichbare Zertifikate und damit punktet der internationale Anspruch bei der ECDL-Prüfung.

Die Fixierung auf ein Programm mag vielleicht ungünstig sein, wird sich aber wohl kaum vermeiden lassen, schließlich kann man doch nicht jedes einzelne Office-Paket lehren und abprüfen, daher muss man sich zwangsläufig auf die gängigste Variante beschränken. Wenn man mit Microsoft und Open Office umgehen kann, dürfte man sich außerdem auch gut auf vergleichbare Programme anderer Hersteller einstellen können. Meist ist das aber wahrscheinlich gar nicht nötig, da die beiden Programme eben am weitesten verbreitet sind, und da sie sich ähnlich bedienen lassen, reicht es, wenn man sich mit einem von beiden intensiv beschäftigt.
Vielen Dank David für den Kommentar.
Der ECDL hat den Anspruch, dass er grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer und Computer-Software bescheinigt. Die Umgangsfähigkeit mit einem konkreten Office-Produkt ist hierfür wichtig, aber nur, wenn dem Teilnehmern in Schulung und Prüfung aufgezeigt wird, was die grundlegenden Prinzipien der Computernutzung sind, die sich im jeweiligen Softwareprodukt wiederfinden. Die Kritik an der Umsetzung des ECDL ist, dass dieser Transfer kaum geleistet wird.
Ich persönlich finde den hohen Preis für den ECDL überhaupt nicht gerechtfertigt. Hier, in Österreich kann ein ECDL Basic schon gut 1400 Euro kosten, außer man ist z.B Student und macht den Computerführerschein über die Universität. Dass Microsoft Office verwendet wird sehe ich persönlich schon ein wenig Wettbewerbsverzerrend, da ich finde, dass die Ausbildung mit einer offenen, frei zugänglichen Office Software wie z.B Open Office stattfinden sollte.