Mit dem E-Bike an die Nordseeküste: Warum Komfort rund 500 Euro kostet

Wer mit dem eigenen E-Bike eine Woche Urlaub an der Nordseeküste machen will, steht schnell vor einer einfachen, aber teuren Entscheidung: Bahn oder Auto. Auf den ersten Blick wirkt die Bahn vernünftig, vielleicht sogar elegant. Doch wenn man genauer rechnet und den eigenen Komfort mit einbezieht, landet man schnell bei einer anderen Lösung: Mietwagen, Anhängerkupplung, Fahrradträger, und die beiden eigenen E-Bike einfach mitnehmen. Am Ende kostet uns dieser Komfortvorteil ungefähr 500 Euro mehr als die naheliegende Bahnvariante.

Ausgangslage: mitten in Deutschland z.B. Köln oder Bonn, Ziel Nordseeküste für eine Woche für uns als Paar

Die Ausgangslage ist eigentlich klar. Für eine Woche Urlaub in Emden oder Greetsiel oder an einem ähnlichen Ziel an der Nordseeküste oder auf einer ostfriesischen Insel braucht man vor allem Mobilität, Verlässlichkeit und sein eigenes Rad. Vor Ort soll das Auto nicht mehr groß bewegt werden, sondern nur die Hin- und Rückfahrt leisten. Genau deshalb lohnt sich die Rechnung überhaupt: Nicht der Mietwagen als solcher steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, ob wir unseren eigenen E-Bike komfortabel und ohne Theater mitnehmen können.

Ein weltweit aktiver Anbieter macht es nicht nur teuer, sondern auch umständlich

Zunächst war da der Gedanke, einfach einen Wagen bei einem renommierten international aufgestellten Autovermieter zu buchen. Das klingt zunächst bequem, ist aber in der Praxis oft komplizierter als gedacht. Der zunächst angezeigte Preis von etwa 63 Euro pro Tag ist nur die Basis. Sobald man kurzfristige Stornierung, Vollkasko, mögliche Zusatzleistungen wie Mitfahrer und vor allem die Anhängerkupplung ernsthaft einrechnet, wird daraus schnell ein ganz anderer Betrag. Die eigentlich entscheidende Frage war dabei nicht einmal der Preis, sondern die Verfügbarkeit: Eine Anhängerkupplung lässt sich nicht einfach selbstverständlich dazuwählen, sondern taucht oft nur bei bestimmten Fahrzeugen und unter bestimmten Bedingungen auf. Genau das macht das Ganze unübersichtlich.

Hinzu kommt: Wer ein Auto mit Anhängerkupplung braucht, möchte am besten von Anfang an wissen, ob das Fahrzeug wirklich dafür geeignet ist. Ein Modell zu buchen und dann zu hoffen, dass sich die gewünschte Kupplung später irgendwie organisieren lässt, ist keine gute Lösung. Es wirkt eher wie ein System, das den Kunden erst in eine Buchung hineinzieht und dann mit Zusatzoptionen arbeitet. Für meinen Zweck ist das zu unsicher. Ich will nicht darauf bauen müssen, dass vielleicht doch irgendein Fahrzeug passt. Ich will vorher wissen: Ja, dieses Auto hat eine Anhängerkupplung und darf mit Fahrradträger genutzt werden.

KI-Bild: Auto mit Radträger für 2 E-Bikes

KI-Bild: Auto mit Radträger für 2 E-Bikes

Lokal seit kurzem möglich: direkt mit Anhängerkupplung buchen

Darum wurde die Alternative mit einem lokal aktiven Autovermieter interessant. Dort gibt es ein konkretes Angebot für ein Fahrzeug mit Anhängerkupplung, und zwar zu einem Preis, der für unsere Zwecke noch akzeptabel ist. Rechnet man grob mit etwa 400 Euro für die Woche, dazu ungefähr 8 Euro pro Tag für die Anhängerkupplung und rund 10 Euro pro Tag für einen Mitfahrer, landet man insgesamt in einer Größenordnung von nicht allzu knapp über 500 Euro, allerdings ohne Sprit. Mit Sprit und einigen Nebenkosten geht die Rechnung natürlich weiter. Aber immerhin ist das Ganze kalkulierbar. Bei den gegenwärtigen Spritpreisen wird man kaum unter die 700 Euro kommen können für das Gesamtpaket.

Die Anhängerkupplung ist dran, der Fahrradanhänger muss für 10 Euro pro Tag in Köln besorgt werden

Die Strecke nach Emden, Norden oder Greetsiel selbst ist dabei kein Problem. Die 2.000 Kilometer, die im Grundpaket enthalten sind, reichen für Hin- und Rückfahrt und den Aufenthalt voraussichtlich aus, solange das Auto am Urlaubsort selbst nicht mehr bewegt wird. Genau das ist ja der Plan: morgens in Bonn übernehmen, nach Köln fahren, den Fahrradträger auf die Kupplung montieren lassen, zurück nach Bonn, und am nächsten Tag Richtung Norden starten. Organisatorisch ist das machbar, auch wenn es etwas umständlich wirkt. Aber es ist immer noch besser als eine Konstruktion, bei der man erst irgendwohin weit fahren müsste, um überhaupt an das passende Zubehör zu kommen.

Die Alternative, billiger Mietwagen und vor Ort E-Bike mieten, ist nicht günstiger

Auch der zweite Baustein der Rechnung passt. Vor Ort könnte man zwar Fahrräder oder E-Bikes mieten, und das wäre in Greetsiel durchaus machbar. Für ein E-Bike liegen die Preise dort bei ungefähr 20 Euro pro Tag oder rund 100 Euro pro Woche. Für zwei E-Bikes wären das etwa 200 Euro pro Woche. Das ist nicht absurd teuer, aber auch kein Schnäppchen. Vor allem verliert man damit den Vorteil des eigenen Rads. Man fährt dann eben nicht mit dem gewohnten E-Bike, sondern mit einem Leihgerät, dessen Zustand, Sitzposition und Ausstattung man vorher nicht kennt.

Genau an diesem Punkt kippt die Rechnung für mich. Das eigene E-Bike hat klare Vorteile. Man kennt das Rad, die Reichweite, die Sitzposition, die Bedienung und die kleinen Eigenheiten. Man startet nicht erst mit einem fremden Akku, sondern mit einem vertrauten System. Das ist gerade im Urlaub ein echter Komfortgewinn. Wenn man also schon ein paar hundert Euro mehr ausgeben soll, dann bitte für etwas, das einem wirklich Nutzen bringt. Und genau das ist hier der Fall.

Die umweltfreundliche Alternative heißt Deutsche Bahn und ist heute eher ein Problem als eine Lösung

Natürlich bleibt die Bahn die günstigere und rationalere Lösung. Für zwei Personen mit Fahrradreservierung dürfte man eher bei rund 200 Euro für Hin- und Rückfahrt liegen, zumindest in einer groben Rechnung und wenn man längerfristig bucht. Das ist deutlich billiger als die Auto-Konstruktion. Aber die Bahn bedeutet eben auch: Umsteigen, Fahrpläne, Reservierungen, Zugausfälle, Verspätungen, überbelegte Fahrradabteile: weniger Flexibilität, und am Ende doch wieder das Gefühl, mit Gepäck und Rad unterwegs zu sein, ohne wirklich frei zu sein. Wer diese ganzen Risiken und Nervereien gerade noch ertragen kann, der wird die Bahn wählen. Wer sein eigenes E-Bike und maximale Unabhängigkeit will, landet nicht schnell, aber unvermeidlich beim Auto.

Fazit: Unter 500 Euro Aufpreis wird es wohl kaum gehen

Unterm Strich ist das Fazit deshalb ziemlich klar: Die Auto-Lösung ist kein Sparmodell, sondern ein Komfortmodell. Wer nicht mit der Deutschen Bahn für eine Woche an die Nordseeküste fahren will und stattdessen mit dem eigenen E-Bike unterwegs sein möchte, zahlt dafür ungefähr 500 Euro Aufpreis. Das ist viel Geld, aber nicht nur transparent nachvollziehbar, sondern auch gut dokumentiert. Wer dazu mehr wissen will, der schreibt es mir in die Kommentare. Der halbe Tausender ist der Preis für Freiheit, Verlässlichkeit und das gute Gefühl, das eigene Rad dabeizuhaben. Und manchmal ist genau das der eigentliche Urlaubskomfort.

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