Die Linke, die Mitte und ein zu grober Vergleich
Peter Unfried beschreibt in seinem Text im Kern eine politische Lage, die man durchaus ernst nehmen sollte: Die demokratischen Parteien der Mitte ringen darum, sich klar voneinander und von den „Rändern“ abzugrenzen, während sich zugleich die politischen Lager in ihren Kommunikationsstilen immer weiter verhärten. Das ist präzise beobachtet und gut zugespitzt. Auch sein Blick darauf, dass die politische Mitte nicht so tun sollte, als gäbe es die gesellschaftliche Breite außerhalb der eigenen Milieus nicht, ist ein wichtiger Hinweis.
Gerade deshalb liest man den Text mit Gewinn. Unfried formuliert pointiert, ohne dabei bloß zu eskalieren, und er trifft einen realen Nerv der gegenwärtigen Debatte. Wer sich mit der strategischen Lage der Linken beschäftigt, findet in seiner Analyse durchaus viel Brauchbares: den Hinweis auf die Bedeutung politischer Anschlussfähigkeit, die Gefahr der Selbstisolierung und die Frage, wie eine linke Partei in einem fragmentierten politischen Feld überhaupt noch mehrheitsfähig werden kann.
Der Abstand zur Mitte ist die Geschäftsgrundlage der AfD und im Bund auch der Linkspartei. Für die Rechtsdriftenden ist alles ab Friedrich Merz „links“, für die Linken ist alles ab Robert Habeck unter Faschismusverdacht, die Union sowieso. Beide Seiten tun in ihrer Kommunikation so, als gäbe es die breite Mehrheitsgesellschaft nicht, die es ja nun mal (noch) gibt und die halt von linksemanzipatorisch bis rechtskonservativ reichen muss. Zitat Ende. Zitat von Unfried aus dem taz-Artikel von heute
An einem Punkt aber ziehe ich nicht mit. Weiterlesen
